Jan
05
2012
Hallo meine verbliebenen kletterbegeisterten Leser,
nach nun mehr fast einem Jahr wird es dringend Zeit, mich wieder mal zurück zu melden. Es ist nicht so, dass ich das Klettern in der Zwischenzeit aufgegeben habe – mitnichten! Nur wie alles verlangt auch das Bloggen eine gewisse Routine und je mehr die verloren geht, desto größer wird die Summe aller Gründe, die einem abhalten. Wie das halt bei allem so ist, auch beim Klettern. Mein Kletterpartner und ich sind nun seit 2 Jahren ein Team und auch wenn wir uns auch menschlich sehr gut verstehen pflege ich gern den Vergleich, dass wir oft beim Klettern wie 2 Angler sind: bisweilen bestehen unsere Abende nur aus Schweigen und den für den Sport notwendigen Handgriffen, was wir allerdings beide als angenehm emfpinden. Der große Clou daran ist, dass ich ja nicht nur eigentlich eine Frau bin
Jedenfalls waren wir auch 2011 relativ regelmäßig klettern, immer wenn es zu regelmäßig wurde, wurde einer von uns krank oder musste verreisen. Somit hat sich mein Kletterziel auch nicht so verwirklicht, wie ich es gehofft hab. Was mein Ziel war? Also ich habe im September 2009 mit 5 angefangen und bin im Frühsommer 2010 dann eigentlich jede 6- geklettert. So ist es immernoch, nur dass ich inzwischen auch die ein oder andere 6 schaffe… der Plan ist, im Sommer 2012 bei 8 zu sein. Kleiner Spaß, eine 7- wäre schon der Hit! Da ich aus figurlichen Gründen nun zusätzlich noch ein Fitnessstudio aufsuche bin ich mal gespannt, ob mehr Kraft und Ausdauer mich meinem Ziel näher bringen werden.
Soweit heute von mir, man soll ja langsam wieder einsteigen. In einer Woche ist das nächste Klettern angesagt, mal sehen, was ich dann zu erzählen habe.
Apr
07
2011
Jeder, der schon mal abends in Thalkirchen klettern war, weiß wie voll es dort bis vor kurzem immer war. So macht Klettern natürlich keinen Spaß, schließlich wollen wir als ambitionierten Bergsportler hoch hinaus und nicht in der Schlange stehen. Das hat auch die Leitung der Kletterhalle realisiert und nach jahrelangem Genehmigungs-Hickhack im Frühjahr 2010 mit der Erweiterung der Kletterhalle begonnen. Nach lediglich 10 Monaten Umbauzeit war es vor kurzem soweit: am Samstag, den 19.02.2011 wurde das neue Kletterparadies eröffnet. Es warten insgesamt 2.500m² jungfräuliche Kletter- und Boulderflächen auf euch, die bestiegen werden wollen. Ganz neu ist ein naturgetreu gestalteter Kletterturm aus Freeform Struktur, der Klettern an naturnahen Felsformationen ermöglicht. Zudem entstand ein 100m² großer, eigener Schulungsbereich, der zum Erlernen und Ausprobieren von neuen Klettertechniken genutzt werden kann.
Der zentrale Anziehungspunkt der Haupthalle sind die bis zu 15,50m hohen, beschichteten und teilweise strukturierten Holzwände, die für Anfänger und Profis gleichermaßen eine Herausforderung darstellen. Natürlich wurde auch an die Boulderfans gedacht – 400m² bietet der einzigartige Raum zum Kraxeln und Optimieren der eigenen Kletterkünste. Optimalerweise hat die Indoor-Boulderarea einen direkten Anschluss an die Boulder- und Außenkletterfläche. So könnt ihr ab April 2011 je nach Lust und Laune switchen und braucht keine Angst zu haben beim Wolkenbruch im Regen zu stehen bzw. zu hängen.
Selbstverständlich haben die Kletterhallenbetreiber auch an die kleinen Besucher gedacht. Im Kinderspielbereich mit Piratenschiff und Kletterburg können sich die Kiddies so richtig austoben und ihre ersten luftigen Erfahrungen sammeln. Nach der Erweiterung umfasst das DAV Kletter- und Boulderzentrum München nun eine Fläche von 7.800m² und kann sich zu Recht „Größte Kletterhalle der Welt“ nennen. Ab 5,00€ Eintritt seid ihr dabei. Wer in der Happy Hour kommt, zahlt sogar nur 3,50€. Bei dem gigantischen Angebot ist dies ein super Preis. Anstehen sollte nun endgültig der Vergangenheit angehören, zumindest für die nächsten 2-3 Jahre, wenn der Trend für den Klettersport weiterhin bestehen bleibt.
Bevor ihr nun losklettert, vergesst nicht einen Abstecher in den neuen Gastronomiebereich „Bella Vista“ zu machen, der mit ofenfrischen Pizzas und knackigen Salaten auf euch wartet.
Übrigens: Markus Hartmann liebt München!
Dez
03
2010
Nachdem wir in den letzten schneereichen Wochen besonders fleißige Besucher der Kletterhalle waren wird es mal wieder dringend Zeit für einen kurzen Zwischenbericht. Voller Motivation sind wir dazu übergegangen sogar mehr als nur einmal in der Woche zu gehen und surprise, surprise: es zahlt sich aus! Ich bin inzwischen stabil bei 6 im Nachstieg und auch ziemlich stabil bei 6- im Vorstieg. Mein Kletterpartner mausert sich auch immer wieder zu einer 6- im Nachtstieg und hat mir fest versprochen, dass wir uns demnächst sogar mal wieder für eine der langen Überhang-Wänder anstellen. Leider sind diese seit dem Umschrauben der Routen zum größten Teil 6er Routen und besser - was wir uns auf die Länge beide noch nicht zutrauen. Auf eine 5+ haben wir daher seitl langem unser Auge geworfen, allerdings mit mäßigem Erfolg, weil wirklich immer schon Leute anstehen… Viel interessanter war gestern allerdings, dass wir einen Kletter-Wiedereinsteiger dabei hatten. Da die erste Route, eine 4+ gar so gut lief näherten wir uns dann Route für Route der 5+, die letztlich aber auch kein Problem war. Wir mussten eigentlich auch gar nicht viele Tipps geben, da er sowohl von allein aus den Beinen heraus geklettert ist als auch brav die Struktur mitbenutzt hat… also bin ich am Ende ganz übermütig geworden und habe als 7. und letzte Route noch mal eine 4+ im Vorstieg vorgeschlagen. Nach ernstgemeinten Bekundungen dass ich besonders gut aufpassen dachte ich mir noch kurz, ob ich ihm sagen soll er muss beim Einhängen der 2. Expresse aufpassen, entschied mich aber aus irgendeinem Grund dagegen. Bei der 3. Expresse wollte ich ihm dann grad sagen, dass er nicht noch so weit übern Kopf einhängen soll als mir auffiel, dass das Seil irgendwie verdreht war und plötzlich mischten sich auch von hinten zwei Stimmen ein dass da was nicht stimmt und er möge um Gottes willen langsam runterklettern. Es war zwar sicher gut gemeint, aber mir war das Einmischen gar nicht recht, weil es totale Unruhe reinbrachte und meinen neuen Kletterpartner erstmal total verunsichert hat. Der Fehler lag klar bei mir, aber ich hab es ja gesehen und wollte ihn in Ruhe wieder runterlotsen während der Mann am Boden neben mir ganz hyterisch hochrief “das ist ja lebensgefährlich, du bist jetzt völlig ungesichert…” woraufhin ich ihn anzischte sich solche Warnrufe bitte zu sparen. War auch letztlich alles kein Problem an der 2. Expresse half ihm die andere Frau die sich eingemischt hatte dann das Seil richtig einzuhängen und er konnte problemlos noch die komplette Route zu Ende gehen. Dennoch hatte ich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen und ließ ihm dafür den Vortritt beim letzten Panini im Bistro… War mir aber auf jeden Fall eine Lehre, weil es mir vor Augen geführt hat, wie viel Verantwortung man doch beim Sichern hat, und zwar nicht nur beim Halten sondern auch beim Beobachten. Klettern ist einfach ein Partnersport und das wichtigste ist, dass man sich auf den Partner verlassen kann.
Nov
19
2010
Wie bereits die letzten beiden Male erwähnt wurden im September in Thalkirchen die Routen umgesteckt. So richtig neu sind sie also nicht mehr, aber vor allem an der langen Wand gibt es immer noch einige meines Schwierigkeitsgrades, die ich noch nicht geklettert bin. Dies liegt vor allem daran, dass die lange Wand meist die endlos Kletterer besetzen, die wenn man sie fragt immer noch “mind. 4 Routen” vor sich haben und da dauert das anstehen dann einfach zu lange. Daher bin ich diesen Herbst dazu übergegangen mehr auf Technik zu klettern. Eher durch Zufall hat sich dabei eine beinahe fixe Reihenfolge eingespielt: 5- im Vorstieg, 6 im Nachstieg, 6- im Nachstieg, zwei 5 oder 5+ im Vorstieg und zu guter letzt noch mal eine 6 im Vorstieg. Denn, wie ich angekündigt habe, wenn es im Toprope klappt ist es auch mit dem Vorstieg nur eine Frage der Zeit. Mittlerweile klappen die 6er absolut zuverlässig, gestern habe ich bei einer der kurzen Routen auf der linken Seite erstmaligst gar nicht am Schluss schummeln müssen, weil ich die erlaubte rechte Wand mit einbezogen hab als mir ein Tritt gefehlt hat und siehe da, es hat geklappt. Über solche Mannöver freue ich mich immer besonders, nicht zu letzt weil mein Kletterpartner sich immer mit freut und mich lobt. Man muss allerdings sagen, dass nicht nur ich in der letzten Zeit einen Leistungszuwachs erfahren durfte, auch mein Kletterpartner hat sich deutlich verbessert und wagt sich inzwischen zum Schluss öfters mal an eine 6- oder 6 ran. Nach 6-7 Routen ist aber kräftemäßig nach wie vor Schluß. Ich liebe das Gefühl nach der letzten Route wenn man sich auf die Schulter klopfen kann, weil man sein Tagesziel mal wieder erreicht hat und sich nun guten Gewissens mit einer Saftschorle oder einem Bier auf die Tribüne setzen und noch ein bisschen zu schauen kann.
Nov
05
2010
Nach einem kurzen Ausfall wegen Krankheit letzte Woche waren wir gestern wie übllich am Start in Thalkirchen. Vermutlich wegen der Herbstferien war es erstaunlich leer und wir mussten wie schon die letzten Male so gut wie gar nicht anstehen. Ich bin ja ein großer Fan der neu gesteckten Routen. Auf der linken Seite gibt es wie bereits erwähnt 3 Routen nebeneinander, bei denen die 6/6- jeweils die schwerere ist und das eignet sich hervorragend für mich zum Aufwärmen und dann Toptope Technik zu verbessern. Dieses Mal haben auch alle begonnenen Sechser Routen auf Anhieb geklappt, was mich darauf schließen lässt, dass sich die regelmäßige Übung auszuzahlen beginnt. Gestern war für mich ein guter Kletterabend, man hat das ja meistens im Gefühl. Meistens hat nur einer von uns so einen Flow, dass er am Ende des Abends richtig zufrienden mit der eigenen Leistung ist, dieses Mal waren wir beider voller Elan und Griffsicherheit. Besonders freue ich mich zu verkünden, dass auch mein treuer Kletterpartner gestern einen echten Meilenstein vollbracht hat und zum ersten Mal ohne Schummeln eine 6 geklettert ist. Wer lange klettert weiss wieviel Übung es braucht um in den Schwierigkeitsstufen auch nur um eine Halbe besser zu werden und für ihn ist das quasi ein riesen Sprung gewesen, weil er sich oft nicht mal an die 5+ im Vorstieg rantraut. Die 6 war zwar “nur” Toprope, aber wie schon bei letzten Mal gesagt, besser Toprope als gar nicht und wenn es im Nachstieg klappt ist es nur noch eine Frage der Zeit. Wir haben uns jedenfalls beide riesig gefreut und dabei unsere gemeinsame Präferenzen für kleine, griffige Griffe statt großen, unhandlichen Griffen festegestellt. Voller Euphorie sind wir dann sogar eine Route mehr als sonst geklettert und haben danach ganz sportlich mit leichtem Weißbier und Saftschorle auf unseren Erfolg angestoßen.
Okt
15
2010
Nachdem ich nun seit 5 Wochen wieder fleissig am Klettern bin gibt es endlich mal wieder einen Erfolg zu vermelden. Wie ich ja bereits an früherer Stelle mal erwähnt habe kann ich mir immer pro Kletterabend entweder zum Ziel setzen eine sehr lange, anstrengende Route mit Überhang zu bewältigen oder mich an technisch anspruchsvollere Routen zu wagen – beides haut bei mir kräftemäßig nicht auf einmal hin. Aufgrund zahlreicher Frustrationen habe ich mich in letzter Zeit schon gar nicht mehr an Routen, die schwerer als 5+ waren rangetraut – nach der langen Pause im Sommer musste ich einfach jede 6- schon nach ein paar Metern abbrechen. Gestern aber kam dann endlich wieder mal diese Eingebung: man schaut auf eine Wand und denkt sich “das wird heut mein Masterpiece” und irgendwie weiss man schon vorher ob es klappt. In Thalkirchen sind grade sämtliche Routen umgeschraubt worden, was allerhöchste Zeit wurde aber natürlich trotzdem super ist. Im rechten Hallenflügel sind nun gleich drei Routen nebeneinander, bei der die 6/6- die schwerere Route ist. Nachdem mein Kletterparnter und ich beide die leichtere, ich glaub es war für den Anfang mal eine 5-, im Vorstieg gegangen sind bot sich mir die 6, ein bisher nie gemeisterter Schwierigkeitsgrad, im Toprope quasi an. Und da war das Gefühl, diesmal wirds was. Die Griffe sahen von unten auch einladend groß aus, aber wie erwartet trog der Eindruck. Groß aber unhandlich könnte man sagen und dadurch mit großem Kraftaufwand verbunden. Ich muss mich zwar an keiner Stelle ins Seil setzen, dennoch war es ein großer Vorteil nicht vorzusteigen sondern nur aushängen zu müssen, denn an vielen Stellen musste es wegen der Unhandlichkeit der großen, flach zugeschnittenen Griffe einfach sehr schnell gehen. Kurz vor Schluss der mittellangen Route setzte dann das Gefühl ein, das diesen Sport meiner Meinung nach so attraktiv macht: übersprudelnde Freude bei der Gewissheit sich selbst übertroffen zu haben, es trotz aller Schwierigkeiten geschafft zu haben und sich nun mit einem erleichterten Blick aus schwindelerregender Höhe sicher hinabgleiten lassen zu dürfen. Unten angekommen erwartete mich bereits mein stets selbstlos miteifernder Kletterpartner mit größtem Lob und spornte mich an die beiden 6- nebendran auch noch zu versuchen. Nach insgesamt 6 Routen waren meine Kräfte wie immer am Ende und ich blickte guten Gewissens auf mein Werk zurück. Wenn es Toprope klappt, dann klappts auch bald im Vorstieg. Und wenn nicht: besser Toprope als gar nicht!
Sep
15
2010
Auch bei uns in München finden im Herbst einige Events statt. Aktionen, Vorträge, Workshops und Promotions – super Sportler und Firmen sind zu Gast, die einiges zu bieten haben. Natürlich kostenlos.
Am 25. September finden im DAV Kletterzentrum in Bad Tölz zwei Veranstaltungen zum Thema „Climb Safe“ statt.
Vormittags hält Dieter Stopper mit der Firma Gore Tex® den Vortrag „Sicher sichern“. Nach kurzer Theorie, zeigt Euch Dieter Stopper praktisch wie ihr Stürze hält, im Vorstieg abspringt, das eigene Sicherungsverhalten zu überprüfen und ihr könnt die Unfallgefahr rund um das Schlappseil kennenlernen.
Nachmittags zeigen euch Markus Hoppe und die Mammut Sports Group in einzelnen Workshops Tipps und Tricks für das Bouldern.
Am 15. Oktober hält der Orthopäde und Kletterer Dr. Christoph Keinath erneut einen Vortrag über Verletzungen und Überlastungsschäden beim Sportklettern.
Die Themen sind sehr vielseitig und wer noch offene Fragen hat, kann nach dem einstündigen Vortrag an der Diskussion mit Dr. Keinath teilnehmen.
Und zu guter Letzt kommt die Kletterwandfirma Entre-Prises mit ihrer Hallentour am 17. Oktober zu uns. Nachmittags wird Boulderkünstler Bernd Zangerl im Boulderraum verschiedene Herausforderungen einschrauben. Abends finden dann der Boulderworkshop und die Diashow statt.
Einen kleinen Vorgeschmack für den Winter: am 01. Oktober haben wir die Kletterschuhfirma Boreal zu Besuch. Sie präsentieren die neuesten Modelle und ihr könnt sie für den Abend ausleihen und testen.
Aug
24
2010
Da ich bzw. sämtliche meiner Kletterpartner seit Wochen abwechselnd vom Sommerloch verschluckt waren, habe ich auch heute leider nichts Neues aus eigener Erfahrung zu berichten. Da es trotzdem mal wieder dringend Zeit wird stelle ich euch heute eine Unterart des Klettersports vor, und zwar das Bouldern. Als Bouldern bezeichnet man das Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt. Praktiziert wird es aber an Felsblöcken, Felswänden oder an künstlichen Kletterwänden nur in Absprunghöhe, daher kann eben auch auf die Sicherheitsausrüstung verzichtet werden. Ich persönlich bouldere nur, wenn mir die Lust auf Anstehen oder der Kletterpartner abhanden gekommen ist, aber eigentlich ist Bouldern seit den 70ern eine eigene Sportart. Das problematische an meiner Herangehensweise ist dabei auch, dass man mit erschöpften Armen eigentlich nicht mehr dem eigentlichen Sinn des Bouldern, und zwar der Verbesserung von Griffsicherheit, Technik und Geschickt, fröhnen kann, denn Bouldern ist wahnsinnig kraftaufwendig. Das schöne ist, dass man immer wieder ein und dieselbe Stelle üben kann, bis man sie drin hat, ich z.B. habe nach den ersten Monaten wieder regelmäßigen Kletterns einen persönlichen Meilenstein an einer sehr schwierigen Überhangstelle erlebt. Ich bouldere also meistens nur mit bereits versiegenden Kräften eine halbe Stunde vor mich hin, im Grunde aber hat das Bouldern ein sehr ausgetüfteltes Bewertungssystem für seine Schwierigkeitsgrade. Erstmalig eingeführt wurde so ein System von einem gewissen Herrn John Gill, dieser rief die John Gill B-Scale ins Leben, die in ihrer ursprünglichen Form eine Einteilung von B1 bis B3 vornimmt. Man sagt, dass dabei eine B1 Route schwerer als eine schwierige Toprope-Route ist, aber das ist ja in gewisser Weise auch der Spaß dabei. Wer euch wesentlich mehr zum Thema Bouldern berichten kann ist ein Kollege von mir, der Bouldern als ausschliesslichen Klettersport betreibt und davon in regelmäßigen Abstanden auf seinem Blog Klettern-bouldern.de. Wer übrigens seinen Gleichgewichtssinn schulen und so in vielen Sportarten seine Grundfähigkeiten verbessern will sollte sich übrigens mal einen anderen Trendsport zu Gemüte führen: das Slacklinen. Ihr habt bestimmt alle schon mal im Englischen Garten mit Verwunderung wahrgenommen, wie Leute auf etwa bis zu 5cm breiten Leinen zwischen zwei Bäumen hin- und her balanciert sind… ganz recht, das ist das besagte Slacklinen und macht jede Menge Spaß, wenn man diesem Blogbetreiber glauben schenken will. Ich habe es zwar noch nicht probiert, aber spätestens im nächsten Klettersommerloch wird es mal Zeit, denn dieser Sport verbindt anmutige Konzentrationsübung mit Bewegung im Freien.
Jun
11
2010
Wie ich ja bereits mehrfach kund getan habe, ist die Kletterhalle meines Vertrauens das Kletternzentrum in Thalkirchen. Im Winter platzt die Kletterhalle zwar abends unter der Woche aus allen Nähten, aber irgendwie mag ich den Flair und vorallem ist sie ja gerade mal 5 Minuten mit dem Fahrrad von mir entfernt und bietet sich damit natürlich an. Dennoch: es ist schon eine große Erleichterung, wenn das Wetter so gut ist, dass man an den Wänden im Außenbereich klettern kann.
Am Dienstag hat es leider just in den Moment in dem ich ankam angefangen zu klettern und wir mussten reingehen, wo wir für unsere 3. Route ungelogen 35 Minuten anstehen mussten. Dies lag aber an einer Unsportlichkeit unserer Vorgänger, der man immer wieder in der Hall begegnet: wir haben natürlich freundlich gefragt wie viele Routen die Jungs noch vor haben und sie meinten “Eine oder vielleicht ein bisschen mehr”. Erfreuliche Aussage, aus der man schliesst, das man bei einer 18m Wand mit einer Wartezeit von maximal 20 Minuten rechnen muss, was ja auch nicht kurz, bei einer vollen Halle aber halt manchmal unumgänglich ist. Und was ist wohl passiert? Die Jungs hatten plötzlich einen Energieschub und wollten doch lieber jeder noch 2 Mal klettern, aber ohne etwa kurz zu sagen “Sorry, würds euch was ausmachen…?” Sondern einfach schwupp di wupp noch mal angeseilt. Kein guter Stil meiner Meinung nach, was ich natürlich auch kund getan habe, woraufhin nur ein lachendes “hach, habt ihr wohl leider den Motivationsabend schlechthin erwischt, haha” erfolgte.
Das Problem war einfach auch, das man nach der Arbeit bei einer so langen Pause zwischen zwei Routen total müde wird und ich wusste ja, was ich da für eine Route vor mir hatte, genaueres habe ich schon mal vor einigen Monaten in meinem Beitrag Erfolg am Überhang geschildert. Wie erwartet war diese Überhang-Route wieder so wahnsinnig kraftaufwendig, dass ich zwischenzeitlich ernsthaft überlegt habe aufzugeben. Dazu kam noch, dass meinen Kletterpartner mein “Zu!”-Ruf einmal erst bei der 5. Wiederholung erreicht hat, weil er sich grade vom Rest der Gruppe verabschiedete. Das hat mir zugegebenermaßen ein bisschen Angst gemacht, denn ich muss mich bei so langen Routen oft ins Seil setzen sobald ich die nächste Expresse erwischt hab und manchmal denk ich mir schon “oh, das war jetzt ganz schön knapp…” was aber eben auch nur geht, wenn der Partner einen genau beobachtet. An dieser Stelle gilt mein Dank meinem Lieblings-Kletterpartner Jürgen, ohne dessen treue, geduldige und zuverlässige Sicherung ich so manche Route nicht geschafft hätte!
Lange Rede, kurzer Sinn: es wird aus den verschiedensten Gründen Zeit, das Thalkirchen seine Anlage erweitert, was vor kurzem auch in Angriff genommen wurde! Infos zur Erweiterung der Kletteranlage Thalkirchen gibt es in ausführlicher Form auf der Seite des Kletterzentrums. Ich freue mich schon riesig auf Kletterspaß ohne anstehen und die ein oder andere noch nie gekletterte Route meines Schwierigkeitsgrads wird sicher auch mal sehr nett…
Apr
30
2010
Wochen und Monate lang habe ich um den Schritt von der 5+ zur souveränen 6- gekämpft – mit teilweise vernichtenden Misserfolgen. Und dann ist organisationsbedingt eine Pause von 3 Wochen dazwischen gekommen, die mich mutmaßen liess wieder selbst bei der 5+ zu schwächeln, aber mitnichten! Beim ersten Mal nach der langen Pause durfte ich den größten Erfolg meiner bisherigen Kletter-Karriere verbuchen.
Überraschenderweise lief es von Anfang an wie geschmiert, erfreulich war dazu, dass aufgrund der sommerlichen Witterung der letzten Wochen der Außenbereich der Kletterhalle Thalkirchen rege besucht wurde und es daher auch drinnen zu kaum mehr Wartezeiten kam. Nach der 5. Route entschlossen wir uns dann ebenfalls an die Außenwände zu wechseln. Dort habe ich meine schönste Klettererfahrung gemacht: an einer langen 6- mit leichten Überhang-Stellen. Die letzten 6 Expressen war es jedes mal schon so knapp das ich mich beim Einhängen schon richtig beeilen musste, weil die Route einfach wahnsinnig kraftaufwendig war. Als ich dann bei der vorletzten Expresse angekommen war ging die Endorphin-Ausschüttung auch schon los: ich wusste, dass ich kurz davor war zum ersten mal ohne ein einziges Mal Schummeln eine 6- zu schaffen. Als ich oben angekommen war bat ich meinen Kletterpartner erst mal mich ein bisschen sitzen zu lassen und genoss den Ausblick und über Thalkirchen und das Gefühl des persönlichen Erfolgs. Das Glücksgefühl hielt noch bis zum nächsten Tag an. Und das ist der Grund, warum ich diesen Sport so fantastisch finde, das Empfinden, sich selbst so zu übertreffen, Stück für Stück voran zu kämpfen und doch noch einen Weg zu finden wo es schon aussichtslos schien – lässt sich wunderbar auf eine positive Lebenseinstellung übertragen.
Aber genug der Gefühlsduselei - was war der Grund für den plötzlichen Leistungsaufschwung? Ich glaube aus irgendeinen Grund hab ich tatsächlich in der Zwischenzeit verinnerlicht, aus den Beinen heraus zu klettern. Die sofort resultierende Feststellung, dass man nicht immer eine absolut sicheren Griff braucht, wenn man einen guten Tritt hat hat mir so ein Vertrauen verliehen, dass ich auch automatisch begann Manöver zu wagen, die einem eine ganz neue Bandbreite von Möglichkeiten eröffnen, es ist fast als wären plötzlich mehr Griffe da! Dazu muss man natürlich auch erst mal eine gewisse Sicherheit erlangen. Aber es lohnt sich!